Service von mir für euch – der Countdown zum Unirahmenvertrag oder zum großen Löschen:

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Bisher unklar ist,

  • ob die Arbeitsgruppe von KMK, HRK und VG Wort wirklich zu einer Lösung findet,
  • Oder ob Lehrende den Silvesterabend mit dem Offline-Schalten ihrer Kurse verbringen und die Abmahnanwälte sich ab dem 1.1.2017 gierig um die ILIAS, Moodle und anderen Hochschul-Plattformen scharen werden, um Beute zu erlegen?

All dies wissen wir spätestens, wenn dieser Countdown abgelaufen ist.

Letztendlich ganz lustig, weil die Arbeitsgruppe jetzt wie Studis arbeitet: Schön auf den letzten Drücker noch den Vortrag fertig machen, für den man eigentlich ziemlich viel Zeit vorher gehabt hätte!

Was bleibt offen?

Offen bleibt vorerst, wer da seit zwei Jahren so einen miesen Rahmenvertrag aushandelt, den die Hochschulen jetzt ziemlich kurzfristig abgelehnt haben. Die Gründe für die Ablehnung findet ihr hier (Video unter freier Creative Commons Lizenz – auch 2017 in der Lehre einsetzbar, wenn sonst nichts mehr da ist an Inhalten im Worst-Case ;-)):

Offen bleibt auch, ob es die Verwertungsgesellschaft Wort überhaupt juckt, dass sie von Studierenden gerade als ziemlich unsympathisch empfunden wird und wie viele Leute noch diese Petition unterschreiben: „Stoppt die Versetzung der Hochschulen ins prädigitale Zeitalter!“. Oder ob die VG Wort eh gerade mit anderen Problemen mehr beschäftigt ist.

Was wissen wir jetzt?

  • Lehre ist schwierig, wenn man keine Inhalte verwenden darf.
  • Rechtlich wird es kompliziert, wenn die Welt des Internets mit den Urheber- und Verwertungsrechten kollidiert, die schon etwas länger gewachsen sind und mehr so von analoger Verbreitung (Stichwort Kopierer) begrenzt waren.
  • Und eigentlich ist es doch auch irgendwie doof, wenn man nicht mal seine eigenen Texte den Studis zur Verfügung stellen kann:

Der #Funfact ist gerade nämlich, dass viele Lehrende die Exklusivrechte ihrer eigenen Texte jahrelang an die Verlage übertragen haben als sie diese veröffentlicht haben. Somit kann ein Lehrender nicht mal seinen eigenen Text im Seminar oder der Vorlesung verwenden bzw. für Studis kopieren, wenn der neue Rahmenvertrag nicht zustande kommt. Der Lehrende muss sich für seinen Text erst die Erlaubnis vom Verlag abholen oder allen Studis empfehlen, sein Buch zu kaufen. Oder tatsächlich indirekt zur Piraterie bzw. dem illegalen Verteilen seines Werkes unter den Studierenden aufrufen oder seinen USB-Stick auf dem Tisch vergessen. Vielleicht kommen auch Dead Drops (eingemauerte USB Sticks) wieder in Mode?

Push für Open Access und OER?

Spannend wird auch, ob Open Access und Open Educational Resources wirklich dadurch einen Push erhalten, wie es das Bündnis freie Bildung sich gerne wünscht.

Fraglich für mich gerade noch, ob 2017 auch ohne neuen Rahmenvertrag Creative Commons Inhalte mit NC-Einschränkung (nichtkommerziell) genutzt werden dürfen, wenn Hochschulen z.B. Drittmittel erhalten:

Was ihr tun könnt:

  • Euch über freie Lizenzen, OER (Open Educational Resources) und Open Access schlau machen, sodass eure Inhalte später einfacher genutzt werden können. Seminarbeiten könnt ihr z.B. direkt bei studierendenwissen.de kostenfrei für andere zur Verfügung stellen, Erklärvideos könnt ihr bei Youtube unter freie Lizenz stellen, Fotos für Vorträge unter freier Lizenz findet ihr z.B. bei Pixabay und wenn ihr später mal was publiziert, sichert euch zumindest die Preprint-Rechte im Sinne von Open Access.

Weitere Hintergründe zum Schlamassel: