Digitale Technologien ermöglichen eine flexiblere und dynamischere Nutzung von Inhalten. So können nun 20 gedruckte Lehrbücher mit ihren Inhalten auf 20 Tablets als E-Book übertragen werden. Auf diesen Tablets können dann sogar noch 100 weitere Lehrbücher gespeichert werden, die sonst ganze Schrankwände blockiert hätten – praktisch, ohne Frage. Aber auch nicht wirklich atemberaubend. Geht da nicht noch viel mehr im Jahr 2016? Das ECON E-Book aus Siegen zeigt, wie interaktive und vernetzte E-Book-Lehrbücher ihre Vorgänger aus Papier wirklich alt aussehen lassen.

Wie an Schul- und Lehrbüchern der Zukunft geforscht wird

An so called elektronischen oder digitalen Schulbüchern in der Schule bzw. Lehrbüchern im universitäten Bereich wird schon länger geforscht. Leider sind die Ergebnisse manchmal eher mau meiner Ansicht nach. Eines dieser Projekte ist das M-Book, welches multimediale Inhalte wie Audio, Diagramme oder Videos im Buch sowie eigene Markierungen und Notizen ermöglicht – allerdings nur für den einzelnen Schüler oder die einzelne Schülerin, gemeinsames Arbeiten am Text ist nicht möglich.

Aufgabenkasten, bei welchem 3 Aufgaben gestellt werden wie "Beschreibe die Entwicklung der Firma Krupp". Darunter ein einfaches Eingabefeld für Textinhalte.

Screenshot aus dem M-Book Demokapitel Geschichte mit Eingabefeld (Bild nicht unter freier Lizenz)

Auch die Aufgaben im M-Book sind so, wie man es in gedruckten Büchern kennt. Neu hinzugekommen ist nur, dass man seine Antwort nun in einem Textfeld direkt eintragen kann. Die naheliegende Möglichkeit, seine Antworten direkt digital an Lehrpersonen zu schicken aus dem Buch, ist nicht vorhanden und wird mit dem Hinweis auf den „Gläsernen Schüler“ begründet:

Können Schülerinnen und Schüler ihre Antworten und Aufgabenbearbeitungen direkt an Lehrerinnen und Lehrer versenden?
Nein, das ist aus dem mBook her­aus nicht mög­lich. Wir wol­len weder einen glä­ser­nen Schü­ler noch einen glä­ser­nen Leh­rer. Daher kön­nen Leh­re­rin­nen und Leh­rer auch nicht di­rekt auf ein Schü­ler­buch zu­grei­fen und die Ler­nen­den zum Bei­spiel beim Be­ar­bei­ten von Auf­ga­ben be­ob­ach­ten. Be­nut­zen Sie zur Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­fach Ihre be­reits ein­ge­führ­ten Tools.“

Versteht mich nicht falsch, multimediale Formate wie Audio- und Videoinhalte sind eine tolle Ergänzung und sollten meiner Meinung nach sowieso Standard sein – aber wenn an allen anderen digitalen Vorteilen gespart wird, dann bleibt mir leider nur zu sagen: Kann man so machen, ist dann aber halt… 

Geht es auch anders? Ja!

ECON E-Book: Gemeinsam Marktgeschehen simulieren und auswerten

Denken wir zurück an das Anfangsbeispiel – 20 gedruckte Lehrbücher sind nun auf 20 Tablets der Lernenden gewandert. Wo ist der große Vorteil? Genau: Alle 20 Tablets haben WLAN-Funktionalität bzw. Internetzugriff und somit kann vernetzt gelernt und gearbeitet werden. Wie nutzt man das aber in der Praxis sinnvoll aus?

Das ECON E-Book zeigt ein gutes Beispiel: Im Ökonomieunterricht wird mit Schüler*innen ein Marktgeschehen mit Käufer*innen und Verkäufer*innen simuliert. Schüler*innen verhandeln untereinander über Preise und dokumentieren ihre Verkäufe und Käufe auf Notizblöcken. Klassischerweise arbeiten Lehrer*innen mit Exceltabellen oder der Schultafel, auf welcher die verhandelten Werte der Schüler*innen manuell eingetragen und dann relativ zeitaufwändig ausgewertet werden müssen. 

Mit der ECON E-Bookplattform kann diese Simulation nun direkt mit den Tablets erfolgen – die Verkäufe und Käufe werden direkt an den ECON Server übermittelt und Lehrer*innen müssen am Ende der Simulation nur noch die Analyseseite abrufen und können die Ergebnisse direkt mit ihren Schüler*innen diskutieren. Außerdem können Schüler*innen alle Interaktionen auf dem Markt live mitverfolgen. Ein Geschehen, welches der heutigen wirtschaftlich Realität deutlich näher kommt als das Verhandeln mit Zettel und Stift. Wie das genau aussieht, seht ihr ab Minute 00:20 im Video:

Fazit: Da geht noch mehr!

Dieses kleine Beispiel sollte klar zeigen, dass mit vernetzten Geräten viel mehr als die Einzelbenutzung und Einzelbearbeitung von Inhalten möglich ist – sowohl in der Schule als auch in der Hochschule.

Kennt ihr Beispiele in der Hochschule, die mit Vernetzung bzw. vernetzten Inhalten bei Lerninhalten arbeiten? 

Weiterführende Infos:

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: Screenshot aus dem Imagevideo des ECON E-Books (nicht unter freier Lizenz)