Soziale Netzwerke zu betreiben spielt für deutsche Hochschulen ja derzeit keine Rolle. Im Gegensatz dazu setzen Unternehmen eigene Soziale Netzwerklösungen ein, um ihre Mitarbeiter*innen zu vernetzen, flexiblere Arbeitssettings zu ermöglichen und den Wissensaustausch zu fördern. Oft geht es auch darum, endlich die tausenden E-Mails im Unternehmen abzuschaffen und die Kommunikation direkter und kontextbezogener zu gestalten.

Was bedeutet der Wandel hin zu Sozialen Netzwerken für die Mitarbeiter*innen? Tanja Carstensen von der LMU München hat eine Studie zu „Social Media in der Arbeitswelt“ veröffentlicht und die Auswirkungen untersucht. Ein kurzes Gespräch zur Studie findet ihr im detektor.fm Forschungsquartett, welches auch die deutlichen Schattenseiten und Herausforderungen beleuchtet:

Leistungsdruck durch Soziale Medien? (detektor.fm Forschungsquartett)

Wer sich also im Studium stets Netzwerken wie Twitter oder Facebook verweigert hat, kann plötzlich trotzdem im Unternehmen mit einem solchen Netzwerk konfrontiert werden – die Herausforderungen liegen auf der Hand.

Für mich besteht hier die Gefahr, dass die Praktiken von Zusammenarbeit und Kommunikation an Hochschulen immer weiter hinter dem zurückbleiben, was in der Arbeitswelt inzwischen gefordert und praktiziert wird. Es stellt sich letztendlich die Frage, ob Hochschulen nicht auch diese Kompetenzen bei Studierenden fördern sollten – datenschutzkonforme Möglichkeiten gäbe es genug, die Hochschulen auch selber betreiben könnten (z.B. MattermostHumhub, etc.).