Eine Lagune, die in lila Licht getaucht ist

Die Welt ist diesselbe, aber irgendwie auch nicht. Foto: Lightstormstudio (Pixabay, CC0 Lizenz)

Entwurfsfassung

Wir alle sind Webwissenschaftlerinnen und Webwissenschaftler?

Ein großer Teil der wissenschaftlichen Arbeit besteht darin, Quellen zu suchen, wissenschaftliche Beiträge und Journale zu lesen sowie selbst Experimente anzustellen bzw. Forschung zu betreiben. Informationen erhält man in der Universitätsbibliothek, bei Gesprächen im Institut oder auf wissenschaftlichen Fachtagungen und Konferenz.

Durch das World Wide Web steht plötzlich jedem Menschen eine riesige Bibliothek zur Verfügung, die größer ist als alle Universitätsbibliotheken zusammen – Milliarden von Seiten und Quellen, aus denen man auswählen kann. (https://de.wikipedia.org/wiki/Google#Indexgr.C3.B6.C3.9Fe und https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Bibliotheken_der_Erde)
Die Google-Suchmaschine ist der Zugang zur neuen Welt, in welcher wir alle potenziell zu Webwissenschaftler*innen werden. Die Plattformen wie Youtube, Facebook oder eigene Blogs sind die neuen Tagungen und Konferenzen, auf welchen Inhalte vorgestellt und besprochen, Meinungen ausgetauscht und interessante Hyperlinks verteilt werden. Diese Welt ist nicht auf Virtualität beschränkt, Personen und Communities kommen ebenso auf lokalen Barcamps oder Konferenzen zusammen.

Zu fast jedem Thema kann man sich auf eine Forschungsreise durchs World Wide Web begeben – sich durch Blogartikel wühlen, Autor*innen kritisch überprüfen oder per Mail oder Twitter kontaktieren, Videos und Podcasts konsumieren, eigene Experimente mit Daten anstellen, sich mit Personen in Foren, Online-Communities oder auf Plattformen austauschen, Inhalte gemeinsam annotieren, selber Thesen in die Welt hinausposaunen – Möglichkeiten gibt es viele, um Antworten für die eigenen (Forschungs-)Fragen zu erhalten.

Vielfalt und Qualität?

Die schiere Masse sagt noch nichts über die Qualität aus. Aber auch in der traditionellen Wissenschaft müssen Quellen geprüft und kritisch hinterfragt werden. Allerdings sind hier teils starke Gatekeeper vorhanden wie bekannte Journals, die nicht jeden Beitrag einfach so veröffentlichen. Diese Gatekeeper sind immer noch vorhanden, aber sie stehen in Konkurrenz zu Ranking-Algorithmen bei Suchmaschinen, anderen Methoden zur Qualitätssicherung sowie den schnellen, allgegenwärtigen Uploadmöglichkeiten, die auf Plattformen angeboten werden, um Inhalte in das Web auszusenden.

 

Die Welt ist nun auch vielfältiger, weil das Format Text nicht mehr dominiert, sondern Audio- (Podcasts) und Videoformate ebenso beliebt sind und die Internetbandbreite endlich ausreicht für den schnellen Abruf der Inhalte. Durch Virtual Reality wird das Videoformat nun auf 360-Grad ausgedehnt.

Welches Format wird in Zukunft dominieren?

Die Welt wankt?

Die Machtverschiebungen, die das World Wide Web sowie das Internet begünstigen oder beschleunigen, sind schwer vorauszusagen. Etablierte Akteure können dagegen halten, Systeme und Organisationen passen sich an, um ihre Machtstellungen zu sichern.

Disclaimer: Webwissenschaften Köln https://twitter.com/kwebwiss

Über den Blog

Dieser Blog ist das Nachfolgeprojekt von „studieren.digital – Studieren für das Leben und Arbeiten in einer digital-vernetzten Welt“. Die Studieren.digital-Inhalte wurde in diesen Blog importiert, die Beiträge finden sich in der Kategorie studieren.digital-Archiv.

cc by logoAlle selbst verfassten Texte und Inhalte stehen unter einer freien Creative Commons Lizenz (CC BY 4.0) – die Lizenzhinweise finden sich unter dem jeweiligen Beitrag.

Über den Autor

Profilbild - ich stehe vor einem Brunnen, in dem sich mein Gesicht spiegeltHi, Matthias mein Name. Ich schreibe schon länger ins Internet rein und habe etwas mit Medien und Bildung studiert. Zudem bin ich von Offenheit sowie Kollaboration mit Hilfe digitaler Tools fasziniert. Als Wissensarbeiter bin ich an der Schnittstelle von Informatik und Medienbildung/Medienpädagogik aktiv. Wenn ich nicht Kaffee trinke und blogge, arbeite ich als Selbstständiger Medienpädagoge oder Online-Redakteur sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt OERlabs in Köln.

Mehr zu meiner Person: matthias-andrasch.de

Mir und dem Projekt folgen – bei Twitter: @m_andrasch / auf Facebook abonnieren: m.andrasch / Instagram: m_andrasch

Warum blogge ich?

Disclaimer: Den Blog beitreibe ich als selbstständiger Kleinunternehmer (Medienpädagoge und Anbieter von audiovisuellen Dienstleistungen). Sollte ich durch Werbeeinblendungen mit dem Blog tatsächlich mehr verdienen als Geld für die Kaffeekasse, werde ich darüber gerne transparent im Blog berichten. 😉

Die Artikel in diesem Blog dienen als Signale, die erstmal in die große Weite und Wildernis des World Wide Web ausgesendet werden. Im besten Fall werden diese aufgegriffen, diskutiert und zum Weiterdenken benutzt. In den meisten Fällen werden sie jedoch erstmal nur sehr wenige Menschen erreichen – ich denke aber, dass Blogposts wie die von Granovetter beschriebenen „Weak Ties“ funktionieren können: Sie können Menschen und Inhalte in Verbindung bringen und unter Umständen neue oder andere Handlungsoptionen eröffnen.

In dem Sinne: Sharing is caring!